Worlds apart oder: Das Internet als solches

Es ist hier immer mal die Rede vom digitalen Anschlussbedarf. Netze ausbauen, Zugänge schaffen, sich dem Thema stellen. Furchtlos dieser Herausforderung entgegentreten. Entschlossenheit und Maßnahmen sind gefragt. Aufklärung!

Beschäftigen Sie sich mal mit diesem Internet, Frau Bergmann. Es ist wichtig. Es ist im Moment Vierpunktnull. Internet Vierpunktnull, die ganze Welt spricht schon davon.

– Welche Welt?

Na ja, die Unternehmer. Sie wissen schon, die aus der freien Wirtschaft. Vierpunktnull.

– Und was ich hier mache, das ist keine Wirtschaft? Unfreie Wirtschaft?

Kultur ist das, Frau Bergmann. Sie sind ja so eine sogenannte Kreative. Wobei, das fällt mir gerade ein. Die sind ja viel in diesem Internet. Wie nennt sich das bei Ihnen?

– Vierpunktnull?

Sie nehmen mich nicht ernst, ich merke das.

– Gleichfalls.

Hm. Nein, das kann man so nicht sagen. Sie müssen auch mal meinen Standpunkt verstehen. Ich geb mir hier wirklich alle Mühe. Und Sie machen sich darüber lustig. Öffentlich.

– Allenfalls im Internet.

Dann will ich mal nicht so sein. Zurück zum Thema. Sie müssen sich, wie ich mehrfach sagte, unbedingt mit diesem Internet beschäftigen. Das ist die Zukunft. Sie mit Ihrem Einzelhandel, ich würde weinen, wenn ich Sie wäre.

– Sind Sie ja nicht.

Jetzt geht das schon wieder los. Ich will mich hier wirklich mit Ihnen unterhalten, ernsthaft. Und Sie tun so, als hätten Sie schon Ahnung von diesem Internet.

– Ich kenn mich in der digitalen Öffentlichkeit ganz gut aus.

Ja. Sie klüngeln immer mit dem Haller Kreisblatt rum. Was die alles über Sie berichten. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

– Das hat was mit dem Internet zu tun. Die nutzen das dort auch.

Ist nicht wahr. Wewewe Haller Kreisblatt?

– Nö, eher Social Media. Die sind zum Beispiel auf Facebook unterwegs, neuerdings auch bei Instagram. Und gar nicht schlecht, wenn ich das sagen darf. Irgendwer hat sich da sinnvolle Gedanken gemacht.

Frau Bergmann. Bleiben Sie bei der Sache. Wie waren beim Internet gewesen, und jetzt kommen Sie schon wieder mit was anderem. Social Media, hahaha. Ich nenn das Fatzebook. Wer da seine Zeit verplempert, der hat doch den Schuss nicht gehört. Der hat zuviel Zeit. Ihr habt alle zuviel Zeit, Ihr Kulturellen. Sie und diese Lokalreporter.

– Ich müsste jetzt dringend schreiben.

Für dieses Internet? Hahaha, nee, bestimmt für das Haller Kreisblatt. Sie schreiben Ihre eigene Werbung. Ich hab Sie durchschaut.

– Nö. Für ein Printmagazin, bei den Buchhändlern. Das Internet als Selbstverständlichkeit. Ich erkläre, warum ich meine, Internet funktioniert für Einzelhändler und überhaupt für Unternehmer intuitiv – oder gar nicht. Internet funktioniert nur, wenn man es als Teil der Realität akzeptiert. Dann bietet es faire Chancen, auch für kleine Unternehmer in der Provinz. Die Investitionen für Sichtbarkeit im Netz sind nämlich in Geldbeträgen überschaubar. Man kann seine Ideen selbst umsetzen, indem man Zeit investiert. Die kostet erstmal nichts. Und jetzt entschuldigen Sie mich. Ich muss morgen 3 000 Zeichen abliefern. Dann reden wir weiter.

Immer diese kulturellen Kreativen. Ich lass Sie mal in Ruhe. Aber nicht, dass das wieder heißt, Sie seien nicht dabei gewesen. Man habe Sie nicht gefragt. Vierpunktnull. Ich sag nur, Vierpunktnull. Bis die Tage, Frau Kollegin.

 

 

 

 

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